Berlin/Merseburg, 06. November 2026. – Am gestrigen Abend fand im Domstadtkino Merseburg nach dem Auftakt in Berlin die zweite Veranstaltung zur bundesweiten Dialogreihe „KINO & DEMOKRATIE“ statt. Unter der Leitfrage „Kino als Ort für alle?“ stand das Kino als so genannter dritter Ort im Zentrum der Diskussion. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Sachsen-Anhalt ging es insbesondere darum, was eine Gesellschaft zusammenhält, wenn politische und gesellschaftliche Unterschiede immer deutlicher zutage treten.

Niedrigschwellige, kulturelle Teilhabe im Kino

Demokratie braucht Orte der Begegnung, an dem Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten zusammenkommen und sich als Teil einer Gemeinschaft erfahren. Kino kann diese Teilhabe ermöglichen, da es unabhängig von der gesellschaftlichen Position der Gäste niedrigschwellig für alle zugänglich ist. Das fängt mit einer einladenden Architektur und Atmosphäre an und geht bis zum Eintrittspreis, der im Vergleich zu anderen Freizeitaktivitäten preiswert ist. Im Kinosaal können so Menschen zufällig und jenseits ihres gewohnten Umfelds zusammenkommen. Mit ihrem vielfältigen Filmangebot werden sie zu Orten der Begegnung, die neue Perspektiven eröffnen und Empathie fördern. Anschließende Filmdiskussionen oder Gespräche im Foyer können den Austausch bereichern. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Offenheit nicht Beliebigkeit bedeutet und gesellschaftliche Verantwortung auch die Auseinandersetzung mit Grenzen einschließt.

Die Gesprächsgäste im Domstadtkino Merseburg

In Merseburg diskutierten der Oberbürgermeister der Stadt Sebastian Müller-Bahr, der Domstadtkino-Betreiber Ulrich Jacobi, Halina Czikowsky vom Verein Kino Völkerfreundschaft und die Professorin für Kulturmanagement an der Hochschule Merseburg Christiane Dätsch.

Das Gespräch moderierte Carolin Lindenmaier, stellvertretende Vorständin von HDF KINO. Der größte Kinoverband in Deutschland hat diese Reihe konzipiert, um eine Debatte über die gesellschaftliche Bedeutung des Kinos anzustoßen.

Im Anschluss an das Panel wurde der aktuelle Dokumentarfilm „Biermann“ von Jens Meuer gezeigt. Der Verein Kino Völkerfreundschaft erhielt die gesamten Ticketeinnahmen als Spendenscheck von 300 Euro.

Über „KINO & DEMOKRATIE“

Der HDF KINO hat die bundesweite, von der Filmförderanstalt FFA geförderte Dialogreihe „KINO & DEMOKRATIE“ initiiert. In vier Regionen Deutschlands werden unterschiedliche Aspekte der gesellschaftlichen Bedeutung des Kinos diskutiert und durch gemeinsame Filmerlebnisse erfahrbar gemacht. Ziel des Projekts ist es, die gesellschaftliche Relevanz von Kinos sichtbar zu machen und den Austausch zwischen Filmwirtschaft, Kommunalpolitik und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren zu fördern.

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