Apell der deutschen Kinoverbände
Berlin, 11. Juni 2026 – Ein breites Bündnis von Verbänden und Institutionen der deutschen Film- und Kinobranche unterstützt die Bundesratsinitiative zur Fortführung des Zukunftsprogramms Kino (ZPK) beziehungsweise zur Einrichtung einer vergleichbaren investiven Kinoförderung. Mit ihrer Entschließung, die am 12. Juni im Bundesrat verabschiedet wird, machen die Länder deutlich: Die bestehenden Förderinstrumente reichen nicht aus, um den Investitionsbedarf der Kinos in Deutschland zu decken. Sie erinnern damit gleichzeitig an das im Koalitionsvertrag der Bundesregierung formulierte Ziel einer verlässlichen Kinoinvestitionsförderung.
Die drei Kinoverbände HDF KINO, AG Kino – Gilde und Bundesverband kommunale Filmarbeit bestätigen den massiven Investitionsdruck auf die Kinos um deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die Verbände Bundesverband Regie, Deutscher Drehbuchverband, PROG Producers of Germany, Produktionsallianz, AG DOK, AG Kurzfilm, AllScreens, AG Verleih und AG Filmfestival sowie die Deutsche Filmakademie und Vision Kino stehen in dieser Frage geschlossen hinter den Kinos. Sie sehen in der Bundesratsinitiative eine wichtige Bestätigung, dass leistungsfähige Kinos die unverzichtbare Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg und die Sichtbarkeit von Filmen sowie für deren kulturelle Relevanz sind, insbesondere für die geförderten deutschen Filme. Werden die Kinos als zentraler (Kultur-)Ort der Filmauswertung gestärkt, profitieren davon alle Bereiche der Branche – von der Produktion über den Verleih bis hin zu Festivals und weiteren kulturellen Akteuren im Sinne der demokratiestärkenden Filmvermittlung und -bildung.
Die aktuell geplante Reform der nationalen Filmförderung kann ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn auch die Kinos als zentraler Ort der Filmauswertung und Publikumsbegegnung gestärkt werden. Ohne attraktive und zukunftsfähige Kinos bleiben die Anstrengungen zur Stärkung des Filmstandorts unvollständig. Dabei ist den unterzeichnenden Verbänden und Institutionen wichtig, dass die hierfür bereitzustellenden Mittel zusätzlich zur Verfügung gestellt werden müssen. Die verschiedenen Förderbereiche der Branche dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen gemeinsam gestärkt werden.
Das Bündnis der Verbände appelliert daher an die Bundesregierung, den Beschluss des Bundesrates aufzugreifen und zeitnah die Voraussetzungen für eine Fortführung des Zukunftsprogramms Kino oder ein gleichwertiges Investitionsprogramm zu schaffen. Mit Blick auf die anstehenden Haushaltsentscheidungen bietet sich jetzt die Gelegenheit, das im Koalitionsvertrag formulierte Ziel einer verlässlichen Kinoinvestitionsförderung umzusetzen und damit ein klares Signal für die Zukunft des deutschen Films und seiner Kinos zu setzen.
Zum Zukunftsprogramm Kino
Das Zukunftsprogramm Kino ist seit 2020 das wichtigste Investitionsförderinstrument für Kinos in Deutschland. Es unterstützt Maßnahmen zur Modernisierung, nachhaltigen Sanierung, Verbesserung der Barrierefreiheit sowie zur technischen Weiterentwicklung von Kinostandorten. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Programms ist die enge Kofinanzierung durch die Bundesländer, die die Bundesmittel ergänzt und damit Investitionen in einer Größenordnung ermöglicht hat, die ohne dieses Zusammenspiel nicht realisierbar gewesen wären. Erfahrungen aus modernisierten Kinos zeigen zudem, dass Investitionen in Infrastruktur, Komfort und technische Ausstattung mit deutlichen Besucherzuwächsen von rund 30 Prozent einhergehen.